Manchmal fragen Gäste, die schon ein paarmal bei uns waren, ganz direkt: "Wie ist das eigentlich so, hier zu leben?" Eine berechtigte Frage. Und eine, die wir gern beantworten – denn das, was den Hirschen ausmacht, lässt sich ohne uns als Familie kaum erklären.
Aufgewachsen mit dem Hof – und irgendwie nie weggekommen
Ich bin Christine, und der Gasthof Hirschen ist für mich kein Projekt, das ich irgendwann übernommen habe – er ist einfach immer dagewesen. Aufgewachsen im Langenordnachtal, auf 850 Meter, mit Blick auf die Weiden und dem Geruch von Holz und Stall, der zum Morgen gehört wie der Kaffee. Dass ich hier irgendwann selbst die Wirtin sein würde, war lange Zeit keine große Entscheidung, sondern eher ein langsames Hineinwachsen.
Heute führe ich den Hof zusammen mit meiner Familie. Das bedeutet im Alltag: Jeder packt an, wo er gebraucht wird. Die Ferienwohnungen herrichten, das Frühstück für die Zimmergeäste vorbereiten, die Tiere versorgen – das läuft nicht nach Dienstplan, sondern nach Tagesbedarf. Wer bei uns Ferien macht, merkt das meistens recht schnell. Es gibt keine Rezeptionszeiten, aber es gibt fast immer jemanden aus der Familie, den man fragen kann.
Ein Hof, der wirklich Hof ist
Was uns von manchem Landgasthof unterscheidet: Wir betreiben den Hof nicht als Kulisse. Die Rinder auf der Weide gehören uns, die Kälbchen werden hier geboren, die Pferde stehen seit Jahren im Stall. Wenn ihr morgens euren Kaffee in der Bauernstube trinkt und durch das Fenster auf die Weide schaut, dann schaut ihr auf unseren Alltag.
Die Katzen haben dabei natürlich das letzte Wort, was Einlass und Ausgang betrifft – das war schon immer so und wird sich wohl nicht ändern.
Dieser Alltag ist es auch, der den Rhythmus des Gasthofs bestimmt. Die Wirtschaft öffnen wir montags ab 18 Uhr und jeden dritten Sonntag im Monat – zunächst ab 15 Uhr für Kaffee und selbst gemachten Kuchen, ab 17 Uhr dann mit warmer Küche. Das klingt vielleicht nach wenig, ist aber so gewachsen: Wir wollen, wenn wir den Gasthof öffnen, auch wirklich da sein – mit Aufmerksamkeit, mit Zeit für ein Gespräch, mit einem Teller, hinter dem Arbeit steckt, nicht bloß eine Mikrowelle.
Was "familiär" bei uns wirklich heißt
Das Wort "familiär" wird in der Tourismusbranche oft strapaziert. Bei uns meint es zunächst einmal schlicht: Ihr trefft auf echte Menschen mit echten Namen, die diesen Fleck Schwarzwald kennen wie ihre Westentasche. Wenn ihr wissen wollt, welcher Wanderweg nach dem Regen noch halbwegs trocken ist, oder wo im Tal gerade die Heidelbeeren reif sind – fragt uns einfach. Wir wissen es meistens, und wenn nicht, kennen wir jemanden, der es weiß.
Das Langenordnachtal ist kein Ort, der sich selbst inszeniert. Es gibt keine Seilbahn, keine Flaniermeile, keinen Rummel. Was es gibt: Ruhe, Weitblick, saubere Luft und – wenn man Glück hat – einen Abend in der Bauernstube, an dem man ins Gespräch kommt und erst spät bemerkt, wie die Zeit vergangen ist.
Genau das wollen wir erhalten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Ihr habt Fragen zu uns, zum Hof oder zu einem Aufenthalt? Schreibt uns einfach – wir antworten persönlich. Nicht automatisiert, nicht mit einer Vorlage. Sondern wir.