Der Oktober hat die Lärchen erwischt. Von unserem Hof aus sieht man es deutlich: Drüben am Hang leuchtet der Wald jetzt in diesem warmen, fast unwirklichen Goldton, der nur ein paar Wochen hält. Wer jetzt im Langenordnachtal ist, hat Glück.
Was sich im Herbst auf dem Hof verändert
Der Alltag hier oben verschiebt sich merklich, sobald die Tage kürzer werden. Die Rinder kommen nach und nach vom Sommerweidegang zurück in den Stall – ein Geruch und ein Geräusch, das unweigerlich zu Herbst gehört, wenn man auf einem Schwarzwaldhof aufgewachsen ist. Die Kälbchen, die im Frühsommer noch etwas wackelig auf der Wiese standen, sind jetzt kräftig und neugierig. Unsere Pferde tragen wieder ihre dickeren Herbstdecken, und die Katzen – wie immer völlig unkompliziert – haben längst herausgefunden, wo es am wärmsten ist.
Für uns als Familie bedeutet Herbst auch: Holz machen, Vorräte kontrollieren, die letzten Dinge am Hof winterfest machen. Wer uns in dieser Zeit besucht, bekommt den Hof in einem seiner ehrlichsten Zustände zu sehen. Kein Sommergetriebe, keine Hektik – einfach Arbeit und Stille und der Geruch von nassem Laub.
Frühstück, wenn draußen Nebel liegt
In der Bauernstube frühstückt man im Herbst anders als im Juli. Draußen hängt der Morgennebel noch tief im Tal, manchmal bis neun, halb zehn. Drinnen ist es warm. Wir stellen keine Klimaanlage an und keine Infrarotheizung – die Stube heizt sich auf die alte Art, und das merkt man.
Das Frühstück selbst ist geblieben, wie es immer war: Brot, das noch nach Brot schmeckt, selbst gemachte Marmelade, Eier, Käse aus der Region. Wer mag, kann mit einer Tasse Kaffee einfach sitzen bleiben und zusehen, wie sich der Nebel langsam aus dem Tal zieht und die Tannen wieder sichtbar werden. Manche Gäste sagen, das sei schon der schönste Moment des Aufenthalts.
Unsere Doppel- und Dreibettzimmer in der Bauernstube sind genau für diese Art von Aufenthalt gedacht: ankommen, schlafen wie man schlafen soll, morgens ohne Eile frühstücken.
Herbstwandern – was wir empfehlen
Das Langenordnachtal ist im Herbst bei Wanderern noch etwas unterschätzt, und das ist, ehrlich gesagt, kein Fehler. Die Wege sind ruhiger als im Sommer, die Farben sind besser, und die Luft riecht nach dem ersten Regen ganz anders als im August.
Ein paar Tipps aus eigener Erfahrung:
- Panoramaweg über den Hochfirst: Bei klarem Wetter sieht man weit bis zu den Alpen – im Herbst oft klarer als im Sommer.
- Rundum Langenordnach: Kürzere Runde direkt ab Hof, geht auch nach einem späten Frühstück noch gut.
- Richtung Titisee (ca. 10 km): Wer laufen möchte und kein Auto braucht – mit der KONUS-Gästekarte kommt man bequem mit dem Bus zurück. Die Karte ist ab zwei Übernachtungen bei uns dabei.
- Zum nächsten Skilift (ca. 5 km): Im Oktober noch ruhig, die Hänge grün-golden. Kein Schnee, keine Schlange, nur der Weg.
Für alle, die unsere Ferienwohnungen Talblick oder Raublick gebucht haben: Die Veranda eignet sich im Oktober mit einem Fleece-Pullover und einem Glas Wein noch gut für den Abend. Manchmal länger als man denkt.
Unsere Wirtschaft im Herbst
Montags ab 18 Uhr und jeden dritten Sonntag im Monat – dann haben wir die Wirtschaft offen. Sonntags gibt es ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen, ab 17 Uhr warme Küche. Wer an einem dieser Abende bei uns einkehren möchte, muss kein Gast sein – Einheimische und Wanderer sind gleichermaßen willkommen.
Der Herbst ist vielleicht die Zeit, in der man am ehesten versteht, warum dieser Hof seit 380 Jahren hier steht. Nicht wegen der Aussicht allein, nicht wegen der Wanderwege – sondern weil es Orte gibt, an denen man einfach gerne sitzt, wenn es draußen langsam ungemütlich wird.