Der September neigt sich dem Ende, die Buchen färben sich, und über dem Tal liegt morgens oft noch ein leichter Nebel. Wer jetzt mit dem Rucksack durch das Langenordnachtal pilgert, erlebt den Schwarzwald von seiner stillen Seite – ohne Hochsaison-Gedränge, dafür mit diesem ganz besonderen Herbstlicht, das die Wälder regelrecht leuchten lässt.

Bei uns am Hirschen kommen immer wieder Pilgerinnen und Pilger an, die entweder den Schwarzwald-Jakobsweg gehen oder einen der regionalen Pilgerpfade erkunden. Manche sind seit Tagen unterwegs, manche starten hier für eine Tagestour. Alle eint: Sie suchen Ruhe, echten Kontakt mit der Landschaft – und abends ein vernünftiges Abendessen.

Welche Wege führen durchs Tal?

Das Langenordnachtal liegt nicht zufällig an einer historisch gewachsenen Route. Schon seit Jahrhunderten zogen Menschen durch diese Täler – auf dem Weg zu Wallfahrtsorten oder weiter Richtung Süden nach Santiago de Compostela. Der Schwarzwald-Jakobsweg führt in einer seiner Varianten durch die Region um Titisee-Neustadt und berührt dabei auch das obere Langenordnachtal. Die Markierung (gelbe Muschel auf weißem Grund) findet ihr auf den meisten Wegweisern.

Darüber hinaus gibt es lokale Pilgerpfade und Meditationswege, die weniger bekannt, dafür umso schöner sind:

  • Der Weg zum Lindenbühl – ein alter Feldweg mit weitem Blick ins Tal, gut begehbar auch nach Regen
  • Streckenabschnitte Richtung St. Märgen und St. Peter, zwei der wichtigsten Wallfahrtsorte im Schwarzwald, die sich gut als Tagesziel eignen
  • Der Verbindungsweg über die Höhenlagen Richtung Hinterzarten, der auf etwa 900 Meter Höhe durch lichten Mischwald führt

Vom Hirschen aus startet ihr direkt ins Grüne – keine Zufahrtsstraße, kein Ortsdurchquerungsmarathon. Ihr seid nach wenigen Schritten auf Feld- und Waldwegen.

Warum Herbst der beste Moment zum Pilgern ist

Viele unserer Pilger-Gäste sagen, sie kommen bewusst nicht im Sommer. Und wir verstehen das gut. Im Herbst ist es auf den Wegen ruhiger, das Licht ist weicher, und die Temperaturen sind angenehm zum Laufen – kühl genug, um nicht zu schwitzen, warm genug, um mittags auf einer Bank zu sitzen und Brotzeit zu machen.

Ein paar praktische Hinweise für eure Herbst-Pilgertour:

  • Layering lohnt sich: Morgens kann es auf 850 Metern schon empfindlich frisch sein, mittags zieht oft die Sonne durch
  • Gute Schuhe sind Pflicht: Die Waldwege können nach dem ersten Herbstregen lehmig werden
  • Früh starten: Das goldene Morgenlicht über dem Tal ist von unserem Balkon aus schon ein Erlebnis für sich – und wer früh losläuft, hat die Wege für sich
  • Einkehr planen: Nicht alle Gasthöfe auf den Höhenwegen haben im Herbst täglich geöffnet – vorher nachfragen lohnt sich

Wir selbst haben die Wirtschaft montags ab 18 Uhr geöffnet und jeden dritten Sonntag im Monat ab 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen, ab 17 Uhr mit warmer Küche. Wer seinen Rucksack abstellt und sich bei uns eine Vesper oder einen Wurstsalat gönnt – herzlich willkommen.

Ankommen, durchatmen, bleiben

Viele Pilger planen ursprünglich eine Übernachtung bei uns und bleiben dann doch zwei oder drei Nächte. Das Tal hat so etwas Anziehendes – besonders im Herbst, wenn die Rinder vom Hof noch draußen sind und abends die Stille wirklich Stille ist.

Ab zwei Nächten ist die KONUS-Gaestekarte bei uns inklusive, mit der ihr alle öffentlichen Busse und Bahnen in der Region kostenlos nutzt – praktisch, wenn ihr einen Streckenabschnitt des Jakobswegs laufen und dann bequem zurückfahren wollt. Auch die Hochschwarzwald Card mit vielen weiteren Vorteilen ist dabei.

Wer Fragen zur Route hat oder wissen möchte, welcher Weg gerade gut begehbar ist – wir helfen gerne. Christine kennt das Tal in- und auswendig, und manchmal weiß sie auch, wo gerade besonders schöne Herbstfarben zu sehen sind. Einfach fragen.