Der September bringt im Langenordnachtal eine eigene Stille mit sich. Die Wanderer werden weniger, die Morgennebel hängen länger im Tal, und irgendwann kommt der Morgen, an dem wir sagen: Heute zünden wir den Kachelofen an.

Es ist kein großes Ereignis – und doch markiert es für uns den Beginn von dem, was wir am Schwarzwälder Herbst so mögen. Der Holzstapel neben der Haustür wächst, die Katzen suchen sich ihre Lieblingsplätze in der Stube, und der Geruch von Tannenholz und warmem Stein zieht durchs Haus.

Die Bauernstube im Herbst: warm, ruhig, echt

Unsere Bauernstube ist alt – so alt wie das Haus selbst, und das sind inzwischen knapp 380 Jahre. Die Holzvertäfelung, die niedrigen Decken, die Fenster, durch die man ins Tal schaut: Das alles wirkt im Herbst anders als im Sommer. Ruhiger. Geborgener.

Gäste, die zum Frühstück herunterkommen und den Kachelofen schon warm vorfinden, sagen manchmal, sie hätten fast vergessen, wie sich das anfühlt – in einem Raum sitzen, der wirklich heizt, nicht nur temperiert. Der Kachelofen gibt eine Wärme ab, die man im Rücken spürt, nicht nur auf dem Thermostat abliest.

Zum Frühstück gibt es, was die Jahreszeit hergibt: Marmelade aus dem Sommer, deftiges Brot, manchmal etwas Warmes. Draußen vor den Fenstern leuchtet das Tal in Gelb und Kupfer, und wenn der Nebel tief liegt, sieht man vom Balkon aus manchmal nur die Baumwipfel über der Wolkendecke – einer jener Momente, für die man keine Erklärung braucht.

Herbsttage im Tal: Was jetzt besonders schön ist

Der Hochschwarzwald im Herbst ist ein anderer als im Sommer – und das ist gut so. Die Wege gehören einem wieder ein bisschen mehr. Die Farben an den Hängen des Langenordnachtals wechseln je nach Licht und Tageszeit von Grün über Gold bis in ein sattes Rostbraun. Wer jetzt kommt, hat gute Chancen auf klare Tage, an denen die Sicht bis zum Feldberg reicht.

Ein paar Tipps, was sich im Herbst besonders lohnt:

  • Talwanderung Langenordnach: Die Runde durchs Tal ist jetzt fast menschenleer und mit dem Herbstlaub auf dem Weg eine andere Erfahrung als im Hochsommer.
  • Feldberg bei Morgenstimmung: Früh aufbrechen, mit der KONUS-Gaestekarte (ab 2 Nächten inklusive) kostenlos mit dem Bus zum Feldberg, und den Sonnenaufgang über dem Nebelmeer genießen.
  • Schwarzwälder Genussmomente: Die Wirtschaft hat montags ab 18 Uhr und jeden dritten Sonntag im Monat ab 15 Uhr geöffnet – mit warmer Küche, die im Herbst besonders gut sitzt.
  • Einfach dableiben: Klingt simpel, ist aber ehrlich gemeint. Ein Herbsttag auf der Terrasse mit einem Kaffee, die Rinder auf der Weide beobachten, nichts vorhaben – das ist auch Urlaub.

Bei uns am Hof merkt man den Herbst übrigens auch an den Tieren. Die Pferde haben ihr Sommerfell noch, aber die Rinder sind ruhiger geworden, die Kälbchen größer. Die Weiden werden kürzer genutzt, der Stall riecht nach Heu. Wer Kinder dabei hat: Sie finden das immer wieder faszinierend.

Anreisen, wenn andere schon weg sind

Der September und Oktober sind vielleicht die ehrlichsten Reisemonate im Schwarzwald. Die großen Sommerströme haben sich gelegt, die Skisaison hat noch nicht begonnen. Wer jetzt kommt, findet Ruhe, günstigere Verfügbarkeiten und eine Landschaft, die sich nicht verstellt.

Unsere beiden Ferienwohnungen – die Talblick (52 m²) und die Raublick (48 m²) – eignen sich besonders gut für Herbstaufenthalte. Genug Platz, um auch mal einen Regentag drinnen zu verbringen, eine eigene Küche für den selbst gekochten Abend, und die Hochschwarzwald Card inklusive, die auch im Herbst gut funktioniert: Museen, Bahnen, ausgewählte Ausflugsziele – vieles ist damit kostenlos.

Der Kachelofen brennt. Das Tal liegt im Nebel. Und im Haus riecht es nach warmem Holz und Kaffee. Wenn das kein Grund ist, den Koffer zu packen.