Der September bringt im Langenordnachtal eine ganz eigene Stimmung. Morgens liegt Nebel im Tal, mittags brennt die Sonne noch einmal auf die Weiden, und abends riecht es nach feuchtem Laub und frischem Heu. Genau in dieser Zeit lässt sich bei uns am Hof besonders gut beobachten, wie das Jahr langsam zur Ruhe kommt — und wie unsere Tiere das spüren.
Die Rinder kommen vom Sommer zurück
Im Schwarzwald gibt es eine alte Tradition: den Abtrieb. Die Rinder verbringen den Sommer auf den höher gelegenen Weiden, und wenn die Tage kürzer werden, zieht es sie — und uns — zurück in den Stall. Bei uns ist das kein großes Schauspiel mit Kuhglocken und Festzug, sondern eher ein stilles, vertrautes Ritual. Christine und die Familie kennen jedes Tier beim Namen, und die Rinder kennen offensichtlich auch den Weg zurück. Man merkt, dass sie das Dach über dem Kopf nicht ungern haben, wenn die Nächte auf 850 Metern Höhe frisch werden.
Wer bei uns übernachtet, kann diesen Alltag hautnah miterleben — nicht als Attraktion, sondern einfach weil das Leben am Hof so ist. Vom Balkon der Ferienwohnung Talblick sieht man morgens die Rinder auf der Weide, manchmal auch die Kälbchen, die sich im Herbstgras tummeln. Die sind es übrigens, die bei Gästen — besonders bei Kindern — immer wieder für leuchtende Augen sorgen. Kein Instagram-Filter der Welt macht das nach.
Die Pferde und die Katzen: Jede Jahreszeit ihr Tempo
Unsere Pferde haben im Herbst eine besondere Qualität: Sie sind ruhiger, gelassener, fast meditativ. Im Sommer gibt es Ausritte, Bewegung, Trubel. Jetzt genießen sie das dichtere Fell, das langsam nachwächst, und die langen Stunden auf der Koppel, bevor auch sie mehr Zeit im Stall verbringen. Für Gäste, die einfach mal neben einem Pferd stehen und nichts tun möchten als zuschauen — das ist im Herbst besonders schön möglich. Wir sind keine Reitschule, und das ist auch gut so. Der Kontakt ist unkomplizierter, echter.
Die Hofkatzen hingegen haben ihre eigene Philosophie, zu jeder Jahreszeit. Im Herbst suchen sie sich gerne sonnige Mauervorsprünge und Holzstapel als Liegeplatz. Wer morgens früh aufsteht — zum Beispiel wegen des Frühstücks in der Bauernstube — begegnet ihnen oft auf dem Weg. Sie lassen sich streicheln oder auch nicht, ganz wie es ihnen passt. Das ist Schwarzwald-Katzen-Art.
Was der Herbst am Hof sonst noch bringt
Abseits der Tiere verändert sich der Hofrhythmus im Herbst merklich:
- Holz machen: Die großen Holzstapel, die sich neben dem Haus aufhäufen, sind kein Dekor — sie heizen uns durch den Winter.
- Stille auf den Wegen: Die Wanderwege rund um Langenordnach sind im September und Oktober oft fast menschenleer. Genau der richtige Moment für eine Runde zum Brend oder ins obere Tal.
- Licht und Farbe: Die Buchenwälder rund um uns herum färben sich ab Mitte Oktober in ein tiefes Orange und Rot, das man einfach gesehen haben muss.
- Warme Küche am Montag: Wer bei uns einkehren möchte — unsere Wirtschaft hat montags ab 18 Uhr geöffnet, außerdem jeden dritten Sonntag im Monat ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen, ab 17 Uhr warme Küche.
Der Herbst ist vielleicht die unterschätzteste Jahreszeit im Hochschwarzwald. Keine Hochsaison, keine Warteschlangen am Titisee, kein Gedränge auf den Gipfeln — aber dafür ein Hof, der lebt, Tiere, die man wirklich nah erlebt, und Abende, die nach Holzfeuer und frischer Luft schmecken. Das ist für uns der eigentliche Luxus hier oben. Wir freuen uns, wenn ihr ihn mit uns teilt.